Der Mensch und die Farben
Farben wirken auf
den Menschen und können Wohlbefinden oder Unlustgefühle,
Aktivität oder
Passivität auslösen.

Vor dem Umgang mit
Farben ist es notwendig ihre Wirkungsweisen zu kennen.
Es gibt Farben die
anregen oder gar aufregen, andere dagegen können abkühlen,
beruhigen oder sogar ermüden. Jeder farbsensible Mensch hat ein
differenziertes individuelles Verhältnis zu Farben. Farben
entscheiden bei der Wahrnehmung eines Raumes darüber, ob er
Behaglichkeit oder distanzierte Kühle ausstrahlt.
Farbe zeichnet sich
durch den Farbton, die Leuchtkraft und die Sättigung aus.
Der Farbton hängt
mit der Wellenlänge des Lichts zusammen und bestimmt daher in
welcher Farbe er wahrgenommen wird. Die Leuchtkraft bezieht sich
auf die Intensität des reflektierten Lichts, und die Sättigung
auf die Konzentration oder Intensität des Farbtons.
Je leuchtkräftiger
oder satter eine Farbe ist, desto lustbetonter ist sie. Die
lustvollsten Farbtöne sind blau, grün, violett, rot und gelb und
zwar in der angegebenen Reihenfolge.
Je weniger
leuchtkräftig und gesättigt die Farbe ist, desto erregender ist
sie. Die erregendsten Farben sind rot, gefolgt von orange, gelb,
violett, blau und grün, wobei grün die am wenigsten emotionale
Farbe ist.
Sollte in einem Raum das Erregungspotential
maximiert werden, dann wären samtige oder tiefrote strukturierte
Tapeten, Teppiche und Vorhänge zu verwenden. Die für den
Geselligkeitsbereich ausgewählten Farbzusammenstellungen haben
sich also mehr auf die erregenderen Farbtöne und die satteren
Farben zu stützen. Es ist daher kein Zufall, dass solche
Dekorationsschemata in den besseren Bordellen des neunzehnten
Jahrhunderts auf die Spitze getrieben wurden.
Farbempfinden
Bis heute konnte
noch keine endgültige Klarheit über die Vorgänge beim
Farbempfinden gewonnen werden. Es gibt eine Unmenge an Theorien,
die Erklärungsversuche geben und sich mehr oder weniger auf
Einzelbeobachtungen stützen.
Zu einem großen
Teil beruht die Wirkung auch darauf, wie der jeweilige Farbton
in der Natur wahrgenommen wird.
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Gelb
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Das
reine Gelb ist die hellste und lichteste Farbe. Gelb
wird fast automatisch mit der Sonne assoziiert. Es
erfüllt den Raum mit Licht und -sofern es nicht
allzu intensiv gesättigt ist- wirkt es warm,
freudig, heiter und befreiend. Dagegen
erscheint jedoch ein quittegelber Raum eher
beunruhigend.
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Rot
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Rot
stimuliert den Körper und beschleunigt die
Pulsfrequenz, es steigert das bewusste Erleben und
Fühlen. Mit Rot wird Feuer, Gefahr und Leidenschaft
assoziiert. Viele Menschen betrachten sie auch als
aggressive Farbe. Rot ist eine bewegte Farbe, sie
kann sowohl eine unberechenbare Dynamik entwickeln
als auch sich subtil entfalten. Rote Räume
erscheinen wärmer als sie sind.
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Blau
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Blau, eine passiv wirkende Farbe, kann Kühle und
Ruhe ausstrahlen. In der Natur gibt es keine
bewegten, lebhaften Blauflächen. So überspannt an
einem schönen sonnigen Tag der blaue Himmel eine
blaue und glatte Wasserfläche. Die Farbe ist immer
mit Stille verbunden. Blau ist entspannend und
beruhigend, dämpft Erregung und Erschöpfung.
Die kühle Distanz, die Blau im Raum schafft,
ermöglicht den Eindruck von Luft und Weite. Die
Farbe lässt sich sehr gut in Räumen einsetzen, die
der Entspannung dienen.
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Grün
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Grün, die Farbe der Natur steht für Frische,
Gesundheit und Vitalität. Ein tiefes oder gedämpftes
Grün kann beruhigend wirken, aber auch schreien,
wenn es ungebrochen und in kalkiger Art auf die
Wände gebracht wird. Gerade beim Grün ist die
Oberfläche von entscheidender Bedeutung. Grüne Seide
lässt sich nicht mit gleichgrünem Samt vergleichen.
Kaum eine andere Farbe ist so reich an
Schattierungen in der Natur. Der Blick ins Grüne ist
nie anstrengend, er stärkt das Auge für die anderen
Eindrücke. Grün lässt sich sehr gut kombinieren und
mit Grünpflanzen lassen sich in Räumen wunderbare
Akzente setzen.
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Violett
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Violett wird weder dem Denken noch dem Fühlen,
sondern der Meditation zugeordnet. Sie ist keine
fröhliche und laute Farbe, sondern eine dunkle
Farbe, die am besten auf schweren Samtstoffen zur
Wirkung kommt. In solchen Räumen bringt sie das
Gefühl zurückhaltender und besonderer Atmosphäre mit
sich. Allerdings kann ein gesättigtes Violett auch
als aufdringlich empfunden werden. Als Teppichboden
wirkt Violett äußerst ungewöhnlich, kann aber im
passenden Ambiente geradezu apart wirken. In
Innenräumen wird Violett noch relativ selten
verwendet, obwohl es einen Trend zu dieser Farbe
gibt.
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Orange
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Orange vereinigt die positiven Eigenschaften der
Harmonie von Gelb mit der Dynamik und der
Sinnlichkeit von Rot. Orange vermittelt Vitalität,
Fröhlichkeit und Wärme. Es ist schwierig beim
Mischen, die dem Orange zukommende Sättigungsstufe
zu erreichen, denn zu dunkle Mischfarben wirken
braun und zu helle Mischfarben wirken süßlich.
Orange lässt sich sehr gut für Kontraste verwenden,
es kann aber auch sehr dominant erscheinen und
sollte deshalb mit Bedacht eingesetzt werden.
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Türkis
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Türkis wird im allgemeinen als eine kalte, subtile
Farbe empfunden und wirkt immer etwas geheimnisvoll.
Sie verbindet die beruhigende Wirkung von Blau mit
dem erfrischenden von Grün. In der Regel findet sie
im Raum nur in besonderen Fällen Verwendung.
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Rosa
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Rosa ist seit alters die Farbe der Isolierung und
Zurückhaltung, aber auch die Farbe der Anmut und
Überwindung. Rosa wirkt sanft, jung, frisch,
liebevoll und ist in der Natur in zarten Blüten zu
finden. Aber im Innenanstrich gilt diese Farbe als
problematisch. Im Biedermeier war der Ton Altrosa
als Wandton entwickelt worden, den man als Wandfarbe
akzeptieren kann. Am schönsten wirkt Rosa noch immer
auf seidig glänzenden Tapeten und im zarten Schmelz
von Keramikfliesen.
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Braun
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Braun ist eine Erdfarbe, die Stabilität und
Sicherheit vermitteln kann. Warme, reich
strukturierte Brauntöne wirken freundlich und
strahlen Dynamik aus. Dagegen wirken dunkle, kalte
Brauntöne erdrückend und eher abstoßend. Als
Wohnraumfarbe in Kombination mit Gelb-, Orange-,
Gold- oder Ockertönen kann Braun sehr viel zur
Raumatmosphäre beitragen.
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Schwarz
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Schwarz wirkt sowohl bedrohlich als auch
faszinierend, es wendet sich vom Vitalen ab. Im
vollkommenen Schwarz kann sich alles verstecken, es
werden alle Strukturen und Muster verschluckt. Aber
in Kombination mit Farben wirkt Schwarz schön, denn
es hebt alle Farben leuchtend und brillant ab.
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Weiß
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Weiß wirkt sauber, hygienisch, rein, klar, kalt,
unnahbar und empfindsam. Es wird assoziiert mit
Schnee und Eis. In der Raumgestaltung wird weiß oder
ein weißlicher Ton sehr gern für Innenwände benutzt.
Weiße Flächen geben einen neutralen Hintergrund ab.
Ein edles Weiß kann Strukturen, Formen und
benachbarte Farben hervorbringen und betonen.
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Grau
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Grau wirkt unauffällig und statisch. In der
Raumgestaltung wirkt ein reines Grau meist
langweilig, deprimierend und verrät nicht selten
einen Mangel an Mut. In Kombination mit anderen
Farben, Formen und Strukturen kann es sehr edel
wirken, da es diese dezent hervorhebt und betont.
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